Dr. Peters DS-Fonds Nr. 129 Flugzeugfonds IV: Ohne neuen Leasingpartner wird es eng(*)

Findet der Dr. Peters DS-Fonds Nr. 129 Flugzeugfonds IV keinen neuen Leasingnehmer für den Airbus A380, kann es eng für die Anleger werden. Als der Fonds Ende 2007 aufgelegt wurde, konnte ein zehnjähriger Leasingvertrag mit Singapore Airlines präsentiert werden. Der Vertrag läuft 2017 aus und die Fluggesellschaft hat bereits bekannt gegeben, ihn nicht zu verlängern, wie das „manager magazin“ online berichtet.

Für die Fondsgesellschaft bedeutet dies, dass sie bis zum Herbst 2017 einen neuen Leasingpartner finden oder alternativ das Flugzeug verkaufen muss. Beide Optionen können sich negativ auswirken. Denn die Nachfrage der Fluggesellschaften nach Flugzeugen wie den Airbus A380 hält sich offenbar in Grenzen. Das kann sich sowohl nachteilig auf die Leasingrate als auch auf den Verkaufspreis auswirken. Als weitere Folge könnten dann die Ausschüttungen an die Anleger nicht mehr wie prognostiziert fließen.

Dr. Peters hatte den DS-Fonds Nr. 129 Flugzeugfonds IV 2008 zur Beteiligung angeboten. Die Anleger haben bei einer Mindestbeteiligung von 20.000 US-Dollar insgesamt rund 94 Millionen US-Dollar in den Fonds investiert. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf ca. 214 Millionen US-Dollar. Bisher haben die Anleger etwa 60 Prozent ihrer Einlage zurückerhalten. Ob die Auszahlungen künftig weiterhin so möglich sind, wird sich an der Frage entscheiden, ob und zu welchen Konditionen ein neuer Leasingpartner bzw. Käufer gefunden wird.

„Die Problematik des Flugzeugfonds wird vielen Anlegern wahrscheinlich jetzt erst richtig bewusst. Denn die Wirtschaftlichkeit der Fondsgesellschaft steht und fällt mit dem Leasingvertrag. Auch wenn ein zehnjähriger Leasingvertrag sich zunächst gut anhört, muss bedacht werden, dass die Laufzeit des Fonds deutlich länger ist. Damit erhöht sich auch das Risiko für die Anleger“, sagt Rechtsanwalt Björn Röhrenbeck, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Kaiserslautern. Diese Problematik kann auch noch weitere Dr. Peters Flugzeugfonds treffen. Denn insgesamt hat Dr. Peters neun Flugzeugfonds aufgelegt, die in den Airbus A380 investieren. Auch hier laufen die Leasingverträge in den kommenden Jahren aus. Besonders akut ist die Situation aber beim Flugzeugfonds IV.

Rechtsanwalt Röhrenbeck: „Der spekulative Charakter von Flugzeugfonds offenbart sich jetzt. Banken und andere Anlageberater sind zu einer anleger- und objektgerechten Beratung verpflichtet. Das heißt, sie müssen Geldanlagen vermitteln, die zum Profil und zur Risikobereitschaft des Anlegers passen. Dazu müssen auch die Funktionsweise und die Risiken von Flugzeugfonds umfassend erklärt werden. Neben den langen Laufzeiten gehört dazu insbesondere auch das Totalverlust-Risiko für die Anleger. Wurde die Anlageberatung nicht ordnungsgemäß ausgeführt und die Risiken nicht ausreichend erläutert, können daraus Schadensersatzansprüche für die Anleger erwachsen sein.“

 

(*) Der Beitrag wurde u. a. auf folgenden Seiten veröffentlicht: www.anwalt.de sowie www.kapitalschutz.de

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